Mit einem Umbauset wird aus einem gewöhnlichen Heizölbrenner ein Universalölbrenner, auch Multiöl- oder Altölbrenner genannt. Er verfeuert neben Heizöl auch dickflüssigere Öle wie Pflanzenöl oder Altöl. Den Unterschied macht die Zerstäubung: Beim Heizölbrenner presst die Ölpumpe das Öl mit hohem Druck durch eine feine Düse. Beim Universalölbrenner übernimmt Druckluft das Ansaugen, Einspritzen und Zerstäuben. Damit dickes Öl dafür flüssig genug ist, wird es vorher in einem Vorheizbehälter erwärmt, je nach Ölsorte auf 70 bis 120 °C.
Die Fotos zeigen einen umgebauten Elco-Klöckner EK 01, einen ganz normalen Heizölbrenner. Nicht jeder Heizölbrenner ist genauso aufgebaut, die meisten sind sich aber ähnlich. Die Anleitung erklärt, welche Bauteile hinzukommen, wie sie zusammenarbeiten und wie sie an zwei verbreiteten Feuerungsautomaten angeschlossen werden: Satronic DKW 976 und LOA 24.
Wichtig vor dem Umbau: Alle Arbeiten, besonders die an stromführenden Leitungen, gehören in die Hände von Fachleuten. Der Umbau erfolgt auf eigene Gefahr, danach entspricht der Brenner nicht mehr seiner ursprünglichen Zulassung. Außerdem ist das Verfeuern von Altöl und Pflanzenöl in Deutschland nicht ohne weiteres erlaubt: Welche Brennstoffe in kleinen Feuerungsanlagen zulässig sind, regelt die 1. BImSchV, und Altöl gilt rechtlich als Abfall. Vor dem Betrieb deshalb mit dem Schornsteinfeger klären, was an der eigenen Anlage erlaubt ist.
Welche Heizölbrenner sind für den Umbau geeignet?
Nicht jeder Heizölbrenner lässt sich gleich gut umbauen. Ob ein Brenner infrage kommt, hängt vor allem von der Bauart ab:
| Eignung | Brenner |
|---|---|
| Gut geeignet | Gelbbrenner mit 80 mm oder 90 mm Brennrohr, zum Beispiel Elco, Hansa und Intercal |
| Nicht so gut geeignet | Blaubrenner, integrierte Brenner und Brenner von Viessmann, Giersch und Buderus |
Die Stauscheibe richtet sich nach dem Brennrohr: Bei einem Brennrohr mit 80 mm kommt die Stauscheibe mit 74 mm Durchmesser, bei 90 mm die mit 83 mm Durchmesser.
So arbeitet der Universalölbrenner
Gegenüber dem Heizölbrenner kommen drei Baugruppen hinzu: der Düsenstock mit Druckluftdüse, die Drucklufteinheit und der Vorheizbehälter. Gehäuse, Gebläse, Motor, Ölpumpe, Zündung und Feuerungsautomat bleiben erhalten. Im Betrieb greifen die Teile so ineinander:
- Der Schwimmerschalter im Vorheizbehälter schaltet das Magnetventil an der Ölpumpe. Sinkt der Ölstand, füllt die Pumpe den Behälter automatisch nach.
- Eine Heizspirale im Behälter erwärmt das Öl, der Thermostat schaltet sie an und aus.
- Sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist, gibt der Thermostat den Brennerstart frei.
- Der Feuerungsautomat öffnet nach der Vorbelüftung das Magnetventil für die Druckluft. Die Luft strömt durch die Düse, saugt dabei das warme Öl aus dem Vorheizbehälter an und zerstäubt es. Die Zündelektroden entzünden den Ölnebel.
Die Heizleistung wird über den Luftdruck eingestellt. Mit dem Umbauset sind 20 bis 50 kW möglich.
Umbauset und Material
Das Umbauset für 20 bis 50 kW enthält:
- Vorheizbehälter mit Heizspirale, Thermostat und Schwimmerschalter
- Düsenstock mit Düse
- Heizelement
- Druckminderer mit Entwässerung
- Schlauch, Kupferrohr und Kleinteile
Wer den Vorheizbehälter selbst baut, bekommt Düsenstock mit Düse, Heizelement und Druckminderer auch als Set für den Eigenbau. Außerdem nötig sind:
- ein Druckluftkompressor, zum Beispiel der Druckluft-Kompressor für Brenner bis 50 kW
- eine Stauscheibe mit Zündelektrode, passend zum Brennrohr: 74 mm Durchmesser bei 80 mm Brennrohr, 83 mm Durchmesser bei 90 mm Brennrohr
- ein Feuerungsautomat, an dem sich Heizelement und Thermostat anschließen lassen (siehe Elektrischer Anschluss). Passt der vorhandene nicht, gibt es einen Feuerungsautomaten für Universalölbrenner.
Die Düse bestimmt, in welchem Leistungsbereich der Brenner arbeitet: