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Lagerwechsel am Brötje O-30 und Vaillant VKO Ölbrenner

Passende Ersatzteile (5)

Wird ein Brötje Ölbrenner O-30 mit der Zeit laut, pfeift oder heult er im Betrieb, sind fast immer die Kugellager im Brennermotor verschlissen. Ein kompletter Austauschmotor ist teuer, und aus Erfahrung können wir sagen, dass die Motoren von heute eher eine schlechtere Qualität haben als die alten. Die Lager lassen sich dagegen mit wenig Werkzeug selbst wechseln. Bei der Gelegenheit sollte man gleich die Schlauchkupplung zwischen Motor und Ölpumpe und den Anlaufkondensator erneuern. Beide sind nach rund 30 Jahren ebenfalls verschlissen und stecken mit im Wartungsset.

Denselben Brenner hat auch Vaillant verbaut: In den Ölkesseln VKO unit arbeitet er unter den Vaillant-Nummern 041768 und 041769. Die Anleitung gilt deshalb für Brötje und Vaillant gleichermaßen. Zum Wechseln der Lager wird der Motor ausgebaut und anschließend zerlegt. Die einzelnen Schritte zeigen die Fotos weiter unten.

Brötje Ölkessel mit abgenommener Verkleidung, davor der eingebaute Ölbrenner O-30 Vaillant Ölkessel VKO unit im Heizungskeller

Für welche Kessel und Brenner gilt die Anleitung?

Welcher Brenner verbaut ist, steht auf dem Typenschild am Brennergehäuse. Anleitung und Wartungsset passen zu diesen Kesseln und Brennern:

Hersteller Kessel Brenner
Brötje Eurosparbloc ESB 17/20/25 IV und ESB 17/20/25 L IV
Eurobloc Unit EB-U 17/20/25/30/40
Eurobloc Combi EB-C und EB-CL 17/20/25
Ferrobloc Unit FB-U 22/27/35/42
O-30-11E-U1, O-30-22E-U1
O-31-1 (O-31-11E), O-31-2 (O-31-22E)
O-32-1, O-32-2, O-32-L, O-32-LA
O-32-1-U, O-32-2-U
Vaillant VKO unit 17/22/27/35/42 041768, 041769

Kugellager, Kupplung oder Kondensator: Woran erkennt man den Fehler?

Ein ungewohntes Geräusch ist meist das erste Warnsignal, oft läuft der Brenner danach noch wochenlang weiter. Wer das Fehlerbild richtig einordnet, kann die Ursache in vielen Fällen ohne Messgerät eingrenzen:

Fehlerbild Wahrscheinliche Ursache Abschnitt
Hohes Pfeifen oder Heulen im Lauf, wird mit der Zeit lauter Kugellager im Brennermotor verschlissen Kugellager wechseln
Motor brummt nur tief und läuft nicht an, danach Störung Anlaufkondensator defekt Kondensator prüfen und wechseln
Motor läuft hörbar, aber der Brenner zündet nicht und geht auf Störung Schlauchkupplung gerissen, die Ölpumpe dreht nicht mit Schlauchkupplung prüfen
Schlürfen oder helles Pfeifen aus Richtung Ölpumpe, Luftbläschen im Schauglas des Ölfilters Luft im System: undichte Verschraubungen, Ölfilter oder Ölpumpe Ölfilter und Verschraubungen prüfen

Läuft der Motor, aber es kommt keine Flamme zustande, kann neben der Kupplung auch die Ölzufuhr die Ursache sein. Dann lohnt zuerst ein Blick ins Schauglas am Ölfilter: Steigen dort im Betrieb Luftbläschen auf, sind die Verschraubungen zwischen Ölfilter und Pumpe undicht oder die Pumpe zieht Luft. Wird das Schauglas leer gesaugt, ohne dass Heizöl nachläuft, ist die Ölleitung verstopft.

Sicherheitshinweis: An Ölbrenner und Steuerung liegen 230 V an. Vor allen Arbeiten die Heizung am Hauptschalter ausschalten und den Ölhahn schließen. Messungen unter Spannung nur durchführen, wenn man Erfahrung im Umgang mit Netzspannung hat – im Zweifel eine Elektrofachkraft oder den Heizungsbauer hinzuziehen. Kondensatoren können auch nach dem Ausschalten noch eine Restspannung halten, die Anschlüsse deshalb nicht direkt berühren. Nach Arbeiten an Düse, Ölpumpe oder Mischeinrichtung sollte ein Fachbetrieb die Verbrennung per Abgasmessung kontrollieren.

Material und Ersatzteile

Das Wartungsset enthält alle Ersatzteile und das Spezialwerkzeug für diese Reparatur:

  • Bundschraubendreher (zum Öffnen des Motors)
  • Abzieher (zieht die Kugellager von der Welle)
  • Kugellager für den Brennermotor
  • Kondensator für den Brennermotor
  • Schlauchkupplung

Das Set gibt es als Wartungsset für Brötje O-30/31/32 und als Wartungsset für Vaillant VKO unit. Außerdem braucht man einen Schraubendreher, einen Inbusschlüssel und einen Lappen für Ölreste.

Aus dem Shop

Passende Ersatzteile

Vor dem Bestellen bitte mit dem Typenschild Ihres Brenners abgleichen.

Brenner ausbauen

Heizung am Hauptschalter ausschalten und den Ölhahn schließen. Am bequemsten arbeitet man am ausgebauten Brenner auf dem Tisch, so wie auf den Fotos. Dazu die Steckverbindung zum Kessel trennen und den Brenner vom Kessel abnehmen. Werden die Ölschläuche abgeschraubt, läuft etwas Heizöl nach, also einen Lappen unterlegen.

Auf dem zweiten Foto sitzt rechts der Brennermotor. Er ist mit seinem Flansch am Gebläsegehäuse angeschraubt, das Lüfterrad dreht sich innen im Gehäuse.

Ausgebauter Brötje Ölbrenner O-30 auf der Werkbank Brötje O-30 von der Seite: links die Mischeinrichtung mit Stauscheibe, rechts der Brennermotor

Motor ausbauen

Der Motor ist nur mit drei Schrauben am Brennergehäuse befestigt. Vor dem Lösen die Kabel zum Motor abziehen und sich merken (am besten fotografieren), wo sie angeschlossen waren. Dann die drei Schrauben herausdrehen und den Motor mitsamt Lüfterrad gerade aus dem Gehäuse ziehen.

Im leeren Gehäuse sieht man in der Mitte die verzahnte Welle der Ölpumpe. In sie greift die Schlauchkupplung, die auf der Motorwelle sitzt. Unten am Motorflansch ist der Anlaufkondensator befestigt.

Gebläsegehäuse des Brötje O-30 nach dem Ausbau des Motors, in der Mitte die verzahnte Welle der Ölpumpe Ausgebauter Brennermotor des Brötje O-30 mit Lüfterrad und Anlaufkondensator

Schlauchkupplung prüfen und wechseln

Die Schlauchkupplung verbindet die Motorwelle mit der Welle der Ölpumpe. Sie ist aus Gummi, damit sie kleine Ungenauigkeiten zwischen den beiden Wellen ausgleicht. Nach vielen Betriebsjahren wird das Gummi hart, die Verzahnung innen bricht aus und die Kupplung reißt an den Enden auf. Rutscht sie durch, dreht die Ölpumpe nicht mehr mit: Der Motor läuft, aber es kommt kein Öl an die Düse und der Brenner geht auf Störung. Schwarze Gummikrümel im Gebläsegehäuse sind ein deutliches Zeichen.

Die alte Kupplung zieht man einfach von der Welle ab. Manchmal bleibt sie beim Ausbau auf der Pumpenwelle stecken. Die neue Kupplung aus dem Wartungsset wird auf die Motorwelle gesteckt. Auch wenn die alte noch ganz aussieht: Ist der Motor schon draußen, lohnt sich der Wechsel.

Brennermotor des Brötje O-30 mit der Schlauchkupplung auf der Motorwelle Defekte Schlauchkupplung aus einem Brötje O-30: das Gummi ist an der Verzahnung aufgerissen

Kondensator prüfen und wechseln

Der Anlaufkondensator gibt dem Motor beim Start die nötige Anlaufhilfe. Ist er nach Jahrzehnten schwach geworden, brummt der Motor nur noch und läuft nicht an. Ein aufgeblähtes Gehäuse oder ausgelaufene Flüssigkeit sind eindeutige Zeichen für einen Defekt. Sieht der Kondensator äußerlich gut aus, hilft ein Multimeter mit Kapazitätsmessbereich: Weicht der gemessene Wert deutlich vom aufgedruckten Sollwert ab, ist der Kondensator verschlissen.

Weil der Motor ohnehin ausgebaut ist, wird der Kondensator gleich mitgetauscht:

  1. Die schwarze Schutzkappe abziehen.
  2. Die beiden Flachstecker vom Kondensator abziehen, ohne die Anschlüsse mit bloßen Fingern zu berühren.
  3. Die Mutter lösen und den alten Kondensator abnehmen.
  4. Den neuen Kondensator einsetzen und festschrauben, die Stecker aufstecken und die Kappe wieder aufsetzen. Der Wert steht auf dem Kondensator, beim O-30 sind es 3 µF.
Abgebauter Anlaufkondensator des Brötje O-30 mit Schutzkappe und Mutter neben dem Motor
Der abgebaute Kondensator mit Schutzkappe und Mutter. Ersetzt wird er durch einen Kondensator mit gleichem Wert.

Lüfterrad abbauen

Bevor sich der Motor zerlegen lässt, muss das Lüfterrad herunter. Es sitzt mit einer Madenschraube auf der Motorwelle, die mit dem Inbusschlüssel gelöst wird. Hat man keinen langen Inbusschlüssel mit Griff, geht auch ein kurzer, den man mit der Zange dreht. Vorher die Position des Rads auf der Welle markieren: Beim Zusammenbau muss es wieder genau dort sitzen, sonst streift es am Gehäuse.

Oft lässt sich das Rad nach Jahrzehnten nicht einfach von der Welle ziehen. Auf keinen Fall mit dem Hammer nachhelfen: Die Welle ist nicht gehärtet, ein Schlag genügt und das Rad sitzt noch fester. Besser die Welle festhalten und das Lüfterrad mit leichten Drehbewegungen abziehen.

Motor zerlegen

Der Motor wird von vier langen Bundschrauben zusammengehalten, die nach so vielen Betriebsjahren oft extrem fest sitzen. Mit einem normalen Schraubendreher rutscht man schnell ab, der Bundschraubendreher aus dem Wartungsset greift die Schraubenköpfe deutlich besser. Sind alle vier Schrauben heraus, zieht man Lagerschild und Gehäuse vorsichtig auseinander. Dabei auf die Kabel zur Wicklung achten, sie dürfen nicht auf Zug kommen.

Kugellager wechseln

Jetzt liegt der Läufer mit der Welle frei. Die alten Kugellager sitzen stramm auf der Welle und lassen sich von Hand nicht bewegen. Mit dem Abzieher aus dem Set kommen sie aber ohne Gewalt herunter. Die neuen Lager gerade auf die Welle schieben und dabei nur auf den inneren Lagerring drücken, damit die Kugeln keinen Schaden nehmen.

Zerlegter Brennermotor des Brötje O-30: Lagerschild, Gehäuse mit Wicklung, Lüfterrad, Bundschrauben und Läufer mit Kugellager
Der zerlegte Motor: oben Gehäuse mit Wicklung und Lüfterrad, links das Lagerschild, rechts die vier Bundschrauben, unten der Läufer. Ein Kugellager ist schon abgezogen.
Läufer eines Brennermotors mit angesetztem Abzieher: er greift hinter das Kugellager, die Spindel drückt auf das Wellenende
So sitzt der Abzieher am Läufer: Er greift hinter das Kugellager, die Spindel drückt auf das Wellenende und zieht das Lager ab.

Zusammenbau

Zusammengebaut wird in umgekehrter Reihenfolge:

  1. Läufer einsetzen, Gehäuse und Lagerschild zusammensetzen und mit den vier Bundschrauben verschrauben. Die Welle muss sich danach leicht und ohne Schleifen drehen lassen.
  2. Lüfterrad an der markierten Stelle aufsetzen und die Madenschraube festziehen.
  3. Neuen Kondensator und neue Schlauchkupplung montieren, falls noch nicht geschehen.
  4. Motor ins Gehäuse schieben und dabei leicht drehen, bis die Kupplung in die Pumpenwelle greift. Dann mit den drei Schrauben festschrauben und die Kabel wieder anschließen.
  5. Brenner am Kessel montieren, Ölschläuche anschließen, Ölhahn öffnen und die Heizung einschalten.

Läuft der Brenner danach wieder ruhig und zündet sauber, hat sich die Reparatur gelohnt. Geht er auf Störung, zuerst prüfen, ob alle Kabel richtig angeschlossen sind und die Kupplung in die Pumpenwelle greift: Dreht die Pumpe nicht mit, kommt kein Öl an die Düse.